Review – Das englische Dropzone Commander Regelbuch

Nach einer allgemeinen Vorstellung des Spiels und der deutschen Schnellstartregeln, wird es nun Zeit für einen Blick auf das englische, offizielle Regelbuch.

Das englische Dropzone Commander Regelbuch
Das englische Dropzone Commander Regelbuch

Das Buch beinhaltet alles, um Dropzone Commander zu spielen. Keine weiteren Bücher oder aus dem Internet gezogenen Armeelisten sind nötig.

  • 152 vollfarbige Seiten im A4 Format
  • Über das Buch verteilt 45 Seiten mit Hintergrundinformationen (Geschichte, Strukturen der einzelnen Fraktionen, Technologie)
  • Vollständiger Regelteil
  • Vollständige Armeelisten für alle vier Fraktionen
  • Insgesamt 12 unterschiedliche und abwechslungsreiche Szenarien
  • Nur auf englisch erhältlich

Das Buch kommt als Softcover daher und wirkt hochwertig. Die Druckqualität der vollfarbigen Seiten ist sehr gut. Der Regelteil ist klar geschrieben und mit vielen Abbildungen versehen. Die Armeeorganisationspläne (AOP) richten sich nach der gespielten Punktzahl und werden in Skirmish (kleines Gefecht bis 1000 Punkte), Clash (bis 2000 Punkte) und Battle (große Schlachten ab 3000 Punkten) eingeteilt. Durch solche Einteilungen wird die Anzahl der möglichen Battlegroups begrenzt und wilde Auswüchse des aus 40k bekannten MSU (Multiple Small Units) Ansatzes verhindert.

Die Szenarien reichen von bekannten Suchen-und-Sichern Missionen über gezielte Attentate hin zu speziellen Vier-Spieler-Szenarien und sind sehr abwechslungsreich. Im Gegenzug zu 40k gibt es neben dem Standard-Armeeorganisationsplan auch Pläne für Verteidigungsstreitmächte und die Kavallerie (das Reinforcements army roster). Die Anzahl von Missionszielen, möglichen Zielen, strategischen Punkten und weiterer Dinge richtet sich nach dem Level des AOPs.

Szenarien im Regelbuch
Szenarien im Regelbuch

Die Armeelisten der einzelnen Fraktionen sind sehr übersichtlich aufgebaut. Zu jeder Einheit gibt es ein Foto, das Profil und das Waffenprofil, sowie einen Hintergrundtext. Lästiges blättern nach Waffenprofilen entfällt damit.

Die Regeln von Dropzone Commander

Die Regeln sind geschrieben für schnelle Spiele mit einem hohen Grad an Mobiltät. Ohne Landungsschiffe geht hier überhaupt nichts. Zum einen liegt dies daran, dass durch Abwehrmaßnahmen die Reichweite der meisten Waffen auf 12″ reduziert wird, zum anderen daran, dass Infanterie mit 2″ und normale Panzer mit 4″ (wie der UCM Sabre) verdammt langsam sind. Um an strategisch günstige Positionen zu gelangen, müssen die Bodentruppen mit den schnellen Landungsschiffen abgesetzt werden, die mit bis zu 30″ über die Platte fliegen. Größere Transporter sind langsamer, beherbergen aber gleich bis zu neun Kampfpanzer. Da ist bei der Zusammenstellung der Armee nachdenken angesagt, denn größere Transporter sind zwar langsamer, aber viel widerstandsfähiger, während kleinere Landungsschiffe ihren Geschwindigkeitsvorteil ausspielen müssen, um nicht sofort von der feindlichen Luftabwehr vernichtet zu werden.

Profile einiger Scourge Einheiten
Profile einiger Scourge Einheiten

Eine besondere Rolle kommt der Infanterie zu. Während ihre Feuerkraft in einem Spiel mit vielen Panzer fast zu vernachlässigen ist, hat nur sie die Fähigkeit, Missionsziele in Gebäuden zu finden und zu sichern. Da Dropzone Commander für ein urbanes Umfeld designed wurden ist, ist Infanterie daher sehr wichtig. Mit diesen Missionszielen kann die Infanterie dann sogar das Spielfeld verlassen. Dem Gegner bieten sich aber auch zahlreiche Möglichkeiten, dies zu verhindern. Die simpelste Methode wäre die komplett Zerstörung des Gebäudes, um Infanterie und Missionsziel unter dem Schutt zu begraben und so komplett zu entfernen. Eine elegantere Methode wäre zu warten, bis die Soldaten mit ihrem Transporter in Richtung Spielfeldgrenze unterwegs sind, um dann mit einem blitzschnellen Kampfflieger den Transporter abzuschießen.

Die Armeen in Dropzone Commander sind so designed, dass ein simples auswählen der stärksten Einheit in größter möglicher Zahl nicht möglich ist. Eher bauen die verschiedenen Elemente einer Armee aufeinander auf. Ohne Infanterie können keine Missionsziele geborgen wurden, ohne Luftabwehr durch spezielle Fahrzeuge oder Kampfflieger sind feindliche Landungsschiffe unangreifbar  und Panzer bilden den Kern der Streitmacht, sind jedoch wehrlos gegen Angriffe aus der Luft. Durch ein relativ simples Schere-Stein-Papier Prinzip müssen Armeen gut durchdacht sein.

Mein persönliches Fazit

Das Regelbuch an sich macht viel Lust auf das Spiel. Die verschiedenen Elemente der Armeen und die immensen taktischen Möglichkeiten in Verbindung mit dem Schere-Stein-Papier Prinzip und der abwechselnden Aktivierung von Einheiten bieten viel Tiefe und einen sehr dynamischen Spielverlauf, der durch Elemente wie „reaction fire“ oder Abfangjäger  die sich auf feindliche Kampfflieger bei deren Aktivierung stürzen, noch verstärkt wird.

Das beste Mittel gegen feindliche Flieger sind Abfängjäger.
Das beste Mittel gegen feindliche Flieger sind Abfängjäger.

Ich persönlich werde versuchen, ein paar Spieler im Club für das Spiel zu begeistern. Die Vorstellung von Soldaten, die Gebäude aus Lufttransporter heraus stürmen und Kampfjägern, die zwischen den Hochhäusern in den urbanen Schluchten mit halsbrecherischer Geschwindigkeit ihre Beute jagen und dabei von Luftabwehrgeschossen am Boden unter Feuer genommen werden, gefällt mir außerordentlich gut.

Das Buch kostet im übrigen nur 15 BP oder 19,99 € in Deutschland, was extrem günstig für die gebotene Qualität ist.

Dropzone Commander ist ein SciFi Tabletop im 10mm Maßstab von Hawk Wargames.

Der deutsche Vertrieb liegt beim Verlag Martin Ellermeier.

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Die Entwicklung des Adeptus Sororitas bei GW

Im Rahmen meiner Gedanken über die Schwesternschaft und ihre Zukunft, habe ich die fünf (bzw. sechs) Regelwerke für sie noch einmal aus dem Schrank geholt.

Regelwerke Adeptus Sororitas
Regelwerke Adeptus Sororitas

Ihren ersten großen Auftritt hatten die Schwestern mit dem Codex: Adeptus Sororitas (im englischen bekannt als Codex: Sisters of Battle). Zwar gab es den militärischen Arm der Imperialen Kirche bereits im 40k Hintergrund und auch zwei alte, kaum bekannte und nicht wirklich als Sororitas identifizierbare Modelle, aber erst mit ihrem eigenen Codex bekamen sie einen festen Platz in der Spielwelt. Die Armeeliste war aber mit Principalis und Leibgarde, den normalen Sororitas und den Seraphim als Elite der Schwesternschaft  überschaubar. Der Immolator fuhr mit zwei synchronisierten schweren Flammenwerfer auf das Schlachtfeld (und nutzte zwei Schablonen). Als männliche Unterstützung standen noch billige Milizen und Prediger/ Konfessoren zur Verfügung.

 

 

Dieses Buch hat die Grundlagen des Adeptus Sororitas auf dem Spielfeld definiert und ist insbesondere aufgrund der Hintergrund Sektion auch heute noch sehr lesenswert. Es wird nicht nur die Geschichte der Schwesternschaft, die erst im 36. Jahrtausend beginnt, sondern das gesamte religiöse System des menschlichen Imperiums dargestellt. Der Fokus liegt natürlich auf den Zeitraum der Herrschaft Vandires, der als Senator und religiöses Oberhaupt das Imperium in einen gewaltigen Bürgerkrieg gestürzt hatte. Im Vergleich zu vielen anderen Texten aus der 2. und 3. Edition wurden diese nicht in aktuellen Publikationen recycelt. Fast alle damals erschienen Miniaturen sind heute noch in der aktuellen Miniaturen Reihe des Adeptus Sororitas zu finden. Nur der alte Immolator, die Standartenträgerin und die Principalis wurden gegen moderne Varianten eingetauscht und sind nicht mehr erhältlich.

Der große Reboot – die dritte Edition

Bereits ein Jahr später kam die dritte Edition von Warhammer 40k und der Codex: Adeptus Sororitas wurde zu einem Hintergrund Buch degradiert (wie auch alle anderen Codizes der früheren Edition). Alle Armeen bekamen eine Armeeliste im Regelbuch. Diese Listen wurden dann nach durch die neuen, schlanken Codizes abgelöst. Nur einen Codex: Adeptus Sororitas gab es nicht, lediglich ein kleines Update mit den Glaubensakten im White Dwarf. Die Milizen waren verschwunden, so dass nur normale Sororitas als Standardauswahlen erhältlich waren und die Seraphim wurden als Sprungtruppen definiert und bildeten nicht mehr den Obergriff für die Elite Einheiten der Schwesternschaft. Daher erblickten die Celestias das Licht der Regelwelt und die Retributoren waren ab diesem Zeitpunkt für die schweren Waffen verantwortlich.  Außer der Principalis hatten alle Einheiten nur eine BF von drei, was sie auf eine Stufe mit Imperialen Soldaten stellte.

 

 

Mit dem Sammelband In Nomine Imperatoris, einer Regelerweiterung mit neuem und aus dem WD bekannten Material, kam dann nach drei Jahren endlich eine neue Armeeliste für die Schwesternschaft. Der Exorzist Raketenpanzer und die Dominatoren (als Eliteauswahl) erblickten das Licht der Welt. Der Panzer musste jedoch für ein offizielles Modell noch warten. Die BF blieb bei drei, nur die Celestias bekamen eine BF von vier spendiert. Die früheren Milizen kamen als Redemptionisten als zweite Standardauswahl wieder.

 

 

Als Zwischenschritt zum Codex: Hexenjäger kann das Citadel Journal aus dem Jahr 2002 herangezogen werden. Die dortige Armeeliste trug den schönen Titel „Ordo Hereticus Strike Force“ und ermöglichte eine elitäre Adeptus Sororitas Streitmacht, welche mit Landungskapseln und einem Inquisitor als Anführer als Schockarmee gespielt werden konnte. Die alten besonderen Charaktermodelle aus der 2. Edition bekamen neue Regeln (inklusive Kyrinov und Jacobus, die bis dahin ohne auskommen mussten). Ihren ersten Auftritt hatte auch die Sister Repentia, die gefallene Schwester. In dieser Version war sie als Einzelgängerin mit Boltpistole und Nahkampfwaffe unterwegs, um für ihre Sünden zu büßen.

 

 

Neue, offizielle Modelle für die Schwesternschaft kamen dann mit dem Codex: Hexenjäger, welcher den Fokus von einer kirchlichen Streitmacht hin zu einem Inquisitions-Thema verschob. Der Exorzist und spezielle Rhinos und Immolatoren kamen auf Basis des MK II Bausatzes des bekannten Rhinos. Eine neue Principalis, St. Celestiane und die Repentias als Truppen mit Evisceratoren (zweihändigen Kettenschwertern) waren neue Modelle für die Schwesternschaft. Sororitas mit Spezialwaffen und Truppführer erschienen in weiteren Varianten, die jedoch sichtbar auf bereits bestehenden Modellen basierten. Der Sturmbolter kam als dritte Spezialwaffe neben Melter und Flammenwerfer. Als Modelle für die Inquisiton gab es die neuen Inquisitoren, inklusive Karamasov mit seinem Thron des Richters, und Schergen. Die Redemptionisten wurden durch Gardisten der Inquisition ersetzt. Besonders schön waren die Gegenspieler Regeln, die es einem Gegner ermöglichten, seine Armee mit Verrätern und Psioniker auszustatten.

 

 

Der Codex: Hexenjäger war kein schlechtes Buch. Das Thema der Hexenjagd und die Zusammenarbeit mit der Inquisition passt sehr gut zum Adeptus Sororitas und spiegelt das 40k Universum sehr gut wieder. Dieser Codex brachte dann auch eine ballistische Fähigkeit von vier für alle Schwestern. Einheiten wie der Läuterer und die Flagellanten standen für den Wahnsinn des Imperiums. Die Regeln für alliierte Space Marines oder Imperiale Soldaten nahm das heutige Alliierten System vorweg.

Gegen Ende der 5. Edition geschah dann das, was viele als Todesurteil bezeichnen. Der Codex: Hexenjäger wurde für ungültig erklärt und durch eine Liste in zwei Ausgaben des White Dwarfs ersetzt. Als Hexenjäger Spieler mit vielen Teilen Inquisition stand man plötzlich dumm da, weil diese ersatzlos aus der Liste gestrichen wurden waren. Da hilft zur Zeit nur der Griff zum Codex: Grey Knights und Coteaz. Nur dumm, wenn Alliierte nicht oder nur als Waffenbrüder erlaubt sind.

 

Die beiden Ausgaben des WD mit der aktuellen Armeeliste.
Die beiden Ausgaben des WD mit der aktuellen Armeeliste.

 

Die Einheiten der Schwesternschaft wurden von Elite zu etwas degradiert, was ich lieber nicht weiter definieren möchte. Die Seraphim wurden auf KG 3 und I 3 reduziert. Die Glaubensakte, welche vorher in allen anderen Armeelisten variabel waren und taktisch genutzt werden konnten, wurden fest den Truppentypen zugeteilt und die Anzahl der Glaubenspunkte wird jetzt jeden Spielzug durch einen W6 bestimmt.

Besonders interessant finde ich immer, dass die aktuelle Liste nicht mehr käuflich zu erwerben ist und GW sie auch nicht zum Download anbietet. Dies führt zu der merkwürdigen Situation, dass mich mein GW Händler jedes Mal anruft, wenn er diese Liste benötigt…

Review – Das deutsche Regelbuch von Dropzone Commander

 

 

UPDATE 28.08.2013: Das deutsche Regelbuch ist jetzt als Download verfügbar!

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Getreu dem Motto, was lange währt, wird endlich gut, haben die Jungs vom Verlag Martin Ellermeier sich fast ein Jahr Zeit gelassen, um die versprochenen deutschen Regeln für Dropzone Commander zu liefern. Die Schnellstartregeln liegen dem Tabletop Insider 10 bei und sollten auch in allen, in Deutschland gekauften, Grundboxen von Dropzone Commander zu finden sein.

Die deutschen Regeln für Hawk Wargames Dropzone Commander kommen als schickes Heft in einem Format, welches ein wenig größer als A5 ist, mit vollfarbigen 35 Seiten daher und wirken wie eine kleine Variante des englischen Buches. Der schwarze Rand als ein Unterscheidungsmerkmal wirkt sehr edel, ist jedoch sehr empfindlich. Die auf dem Cover zu findende Aufschrift „Schnellstartregeln“ und das Tabletop Insider Logo verraten, dass es sich um die deutsche Version handelt. Es sei explizit heraus gestellt, dass es sich um Schnellstartregeln handelt. Für Spiele, die über ein Geplänkel hinausgehen, wird das englische, vollständige Regelbuch benötigt.

Die deutschen Regeln von Dropzone Commander

Nach einem kurzen Einleitungstext, welcher auf den Hintergrund von Dropzone Commander eingeht, startet auch sofort der Regelteil. Auf über 30 Seiten in Farbe werden die grundlegenden Regeln und Mechanismen des Spiels erläutert. Die Texte sind gut geschrieben, verständlich und auch Anfänger können dem Buch folgen. Viele Bilder der bemalten Modelle lockern die Texte auf und klassische Abbildungen unterstützen die geschriebenen Regeln.

Abbildung im deutschen Dropzone Commander Regelbuch
Abbildung im deutschen Dropzone Commander Regelbuch

Einige Punkte hätte man bei den deutschen Regeln von Dropzone Commander aber besser machen können. So wird als Beispiel für die Einheitenprofile die Werte eines Sabre Kampfpanzers der UCM angeführt, das darunter stehende Bild zeigt aber ein Poseidon Landungsschiff der PHR. Warum an der Stelle keine Schwadron Sabre Kampfpanzer zu sehen ist, ist mir unverständlich und verwirrt mich als Leser.

Einheitenprofil
Einheitenprofil

Ferner fehlen mir die Einheitenprofile der Fraktionen. Diese sind mittlerweile in der Download Sektion auf der deutschen Dropzone Commander Website zu finden, decken aber nur die Inhalte der Grundboxen ab. Für Einheiten, die dazu gekauft werden, muss zum englischen Regelbuch oder den ebenfalls englischen Profilkarten von The Black Ocean gegriffen werden. Bei letzterem als Fanprodukt werden aber die modellspezifischen Sonderregeln nicht erläutert. Auch fällt bei der deutschen Armeeliste der Stilbruch in Bezug auf die Übersetzung auf. Während im Schnellstart Regelbuch die angebende Profile für Einheiten und Waffen mit übersetzten Namen arbeiten, werden in den Armeelisten konsequent die englischen Begriffe verwendet. So findet man z.B. das „Schwere Maschinengewehr“ aus dem Regelbuch als „Heavy Machinegun“ in den deutschen Armeelisten wieder.

Vergleich der Schnellstartregeln DZC und Infinity
Vergleich der Schnellstartregeln DZC und Infinity (A5 Format)

Das vollfarbige Buch mit den deutschen Regeln zu Dropzone Commander glänzt neben der hohen sprachlichen Qualität auch mit einer guten Struktur. Das gesamte Layout ist erstklassig beim lesen bekomme zumindest ich sofort Lust auf das Spiel. Die Schnellstartregeln müssen sich vor ihrem großen, englischen Bruder nicht verstecken und man merkt, dass viel Arbeit in dem Buch steckt. Die Schnellstartregeln bieten fast alle Regeln, um in das Spiel einzusteigen. Aber letztlich wirkt das Buch unfertig. Natürlich muss bei Schnellstartregeln eine Grenze gezogen werden, aber diese wirkt bei der deutschen Version von Dropzone Commander ein wenig willkürlich, wurde aber durch das Budget bestimmt. Eine Reihe von modellspezifischen Sonderregeln werden erläutert, andere aber erst in den digital erhältlichen Armeelisten. Da wäre eine konsequente Wahl besser gewesen, entweder alle Sonderregeln nur digital oder im Buch. Zum Start des Spiels braucht man beide Quellen.

Eine Erweiterung mit weiteren Sonderregeln, den Profilen und ein oder zwei Szenarien hätte dem Buch gut zu Gesicht gestanden, aber gleich weitere zehn bis zwölf Seiten hinzugefügt. In Anbetracht der zusätzlichen Kosten für ein kostenloses, qualitativ hochwertiges Produkt, kann ich Entscheidung, die Profile und Szenarien als pdf auszugliedern, gut nachvollziehen. Die Trennung von Regeln und Armeelisten gibt es standardmässig auch bei den beiden Warhammer Spielen von GW oder den digitalen Regelwerken von Infinity. Ferner freuen sich auch die Smartphone/ Tablet Nutzer über das digitale Format. Auf der letzten Seite der deutschen Schnellstartregeln wäre der Hinweis angebracht, dass das offizielle Regelbuch nur in englischer Sprache verfügbar ist. Der Verweis erweckt nämlich den Eindruck, dass das Regelbuch in deutsch sei.

Fazit

Am Ende lässt sich sagen, dass die deutschen Schnellstartregeln für Dropzone Commander durchaus einen längeren Blick wert und sehr gut geworden sind. Aber zu einem perfekten Produkt, ist es noch ein weiter Weg für das Team des Tabletop Insiders. Der Verlag Martin Ellermeier hat mit den deutschen Schnellstartregeln für Dropzone Commander eine sehr gute Basis geschaffen, die das Team nun nutzen und erweitern kann und muss! Im Moment wirkt das Buch wie eine  Mischung aus den Schnellstartregeln für Infinity (die sich nur das wesentliche und gezielte Beispiele beschränken) und dem kleinen Warhammer 40k Regelbuch. Für sich alleine betrachtet bietet es fast alle notwendigen Regeln zum Spielstart, aber keine Szenarien und Profile. Erst durch die Erweiterungen auf der mittlerweile wieder gepflegten und erweiterten deutschen Website werden aus den Schnellstartregeln ein sehr gutes Produkt.

Für die Ausgabe 10 des Magazins Tabletop Insider, in dem die Regeln zu finden sind, lässt sich jedoch auch unabhängig von dem beiliegendem Regelwerk eine uneingeschränkte Kaufempfehlung aussprechen.

Da mich das Spiel schon seit seinem Release interessiert, werde ich die Entwicklung von Dropzone Commander, insbesondere der deutschen Produkte, weiter verfolgen und auf dem Blog thematisieren.

Dropzone Commander ist ein SciFi Tabletop im 10mm Maßstab von Hawk Wargames.

Der deutsche Vertrieb liegt beim Verlag Martin Ellermeier.

Vorgestellt: Dropzone Commander von Hawk Wargames

Webbanner-UCM

Dropzone Commander ist ein SciFi Tabletop Spiel von dem englischen Hersteller Hawk Wargames im Maßstab 10mm. Dies entspricht ungefähr 1:150 oder Spurgröße N aus dem Bereich Modelleisenbahn. Daher kommt die Infanterie recht klein daher und das Schlachtfeld wird dominiert von Panzern, Kampffliegern und den namensgebenden Landungsschiffen. Dennoch hat Infanterie einen wichtigen Platz, denn nur sie kann Missionsziele halten und bergen. Dank des 10mm Maßstabes, bei dem ein normaler Panzer nur 34mm und ein Landungsschiff 120mm lang ist, können gewaltige Armeen ins Feld geführt werden. Mit den gewaltigen Landungsschiffen, die in ihrer größten Ausführung bis zu neun Panzer transportieren können, können große Truppenverbände mit beachtlicher Geschwindigkeit verlegt werden und so kann stets auf Entwicklungen auf dem Schlachtfeld reagiert werden. Dies schafft ein dynamisches Spiel, bei dem die einzelnen Elemente der Armee (die Infanterie, die Panzer, die Landungsschiffe und die Luftflotte) aufeinander abgestimmt werden müssen.

Das Spiel ist einer entfernten Zukunft angesiedelt. Im 27. Jahrhundert stehen die Erde und die menschlichen Kernwelten unter der Kontrolle einer außerirdischen, parasitären Macht, die als Scourge bekannt ist. Die überlebenden Menschen in den Randgebieten haben sich unter dem Banner der United Colonies of Mankind (UCM) zusammengeschlossen. Nach über 175 Jahren der Vorbereitung startet die gewaltige Armee der UCM in Richtung der ehemaligen Kernwelten. Ihr Ziel ist die Befreiung der eroberten Welten und die Rückeroberung der Erde. Doch auf dem Weg dorthin stehen den entschlossenen Menschen nicht nur die Truppen der Scourge entgegen

Die  Fraktionen bei Dropzone Commander

Zur Zeit gibt es vier verschiedene Fraktionen, die sich unterschiedlich spielen und eigene Taktiken benötigen.

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copyright of Hawk Wargames Ltd 2013

United Colonies of Mankind (UCM)

Die Menschen der Kolonien sind auf einem Feldzug, um ihre Heimatwelten von den Scourge zu befreien. Dabei setzen sie auf ein großes Militär mit modernen und schwer gepanzerten Fahrzeugen, die schnell und günstig zu produzieren sind. Seit ihrer Gründung bereitet sich die eigentlich demokratische UCM auf diesen Kampf vor. Ihre gesamte Militärtechnologie dient dem Zweck, schnell auf eroberten Planeten Fuß zu fassen und dann mit gezielten Kampfhandlungen die Scourge zu vernichten. Die Streitkräfte der UCM sind für die Offensive entwickelt worden, ironischerweise nach dem Vorbild ihrer Eroberer.

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copyright of Hawk Wargames Ltd 2013

Die Scourge

Die Scourge sind Parasiten, die mit ihren Wirten Planeten erobern und die Rohstoffe ausbeuten. Ihre gesamte militärische Technologie ist auf diesen Zweck ausgerichtet. Die Produktionsanlagen auf eroberten Planeten laufen ohne Pause, bis der Planet vollständig ausgebeutet ist. Der Scourge Parasit an sich ist nicht in der Lage effektiv zu kämpfen, doch er steigert die Kampfkraft und natürliche Lebenszeit seines Wirtes enorm. Die Scourge sind den Menschen technisch überlegen und setzen auf schnelle Antigrav-Panzer und zahlreiche Landungsschiffe, die ihnen bei den planetaren Invasionen sehr gute Dienste leisten und die Außerirdischen dort zuschlagen lassen, wo sie den Feind am härtesten treffen können. Die enorme Geschwindigkeit der Scourge Truppen ist ihre größte Stärke.

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copyright of Hawk Wargames Ltd 2013

Die Post-Human-Republic (PHR)

Die Bewohner der PHR waren einst Bewohner der Erde. Gewarnt durch eine unbekannte Macht, verließen einige Bewohner die Erde und die Kernwelten vor der Invasion durch die Scourge und verschwanden in den unbekannten Tiefen des Alls. Diese Menschen sind nun zurückgekehrt und als Bürger der Post-Human Republic bekannt. Ihre Technik ist höher entwickelt als die der UCM und jeder Bewohner der PHR ist mit technischen Implantaten zu etwas geworden, was von der UCM nicht mehr als Mensch bezeichnet werden kann. Die elitären Streitkräfte der PHR verlassen sich auf zähe Kampfläufer als Kerntruppen auf dem Schlachtfeld.

copyright of Hawk Wargames Ltd 2013
copyright of Hawk Wargames Ltd 2013

Die Shaltari

Nur wenig ist über die Stämme der außerirdischen Shaltari bekannt. Sie sind ein Volk mit einer starken Kriegerkultur und jeder Shaltari muss sich seinen Namen auf dem Schlachtfeld verdienen. Ihre Ziele sind unbekannt, doch geht ihre Anwesenheit auf dem Schlachtfeld stets mit großen Verlusten einher. Die Shaltari nutzen keine Landungsschiffe, stattdessen teleportieren sie ihre Antigrav-Panzer und schweren Kampfläufer direkt über fliegende Portale auf das Schlachtfeld.

Die Zukunft

Das Spiel wächst seit seinem Release Ende 2012 kontinuierlich und im Laufe dieses Jahres wird das Regelbuch komplett auf Deutsch erscheinen (dt. Schnellstartregeln gibt es bereits zum kostenlosen Download auf der dt. Seite) und ein Erweiterungsbuch wird die Geschichte der Rückeroberung vorantreiben und den menschlichen Widerstand als 5. spielbare Fraktion bringen. 

Dropzone Commander ist ein SciFi Tabletop im 10mm Maßstab von Hawk Wargames.

Der deutsche Vertrieb liegt beim Verlag Martin Ellermeier.

Gedanken zum Adeptus Sororitas

Sister of Battle Canoness and Exorcist Battle Tank
Adeptus Sororitas Exorcist und Canoness

Seit einiger Zeit ist habe ich eine Art Hassliebe für meine große Streitmacht des Adeptus Sororitas entwickelt. Die Armee der Schwesternschaft hat zu Zeiten des In Nomine Imperatoris und des Codex: Hexenjägers unter meiner Führung zahlreiche Siege eingefahren. Auch zu Beginn der 6. Edition von 40k habe ich mit ihr noch erfolgreich gespielt. Doch der tiefe Fall kam schnell und eine Niederlage reihte sich an die andere. Falls ich im Moment 40k spielen sollte, so nur mit meiner Dark Eldar Armee, die ich seit vielen Jahren erfolgreich in die Schlacht führe.

Die Krux an der Schwesternschaft ist, dass sie trotz ihrer Spielschwäche durch die extrem schlechte White Dwarf Liste und den hohen Preis, sehr beliebt ist. Die Hälfte aller Suchanfragen, die Leser auf meinen Blog bringen, haben die Schwesternschaft des Adeptus Sororitas zum Thema. Dies bewegt mich dazu, mir Gedanken über die Streitmacht und deren Zukunft zu machen. Dazu kommt auch der Fakt, dass beim Hochwasser meine Dark Eldar Armee vernichtet wurden ist und mir nun nur noch die Sororitas als spielbereite Armee bereitstehen.

Wird es von GW einen neuen Codex: Adeptus Sororitas geben? Den Gerüchten nach wurde die Arbeit daran direkt nach dem Codex: Grey Knights begonnen. Leider hat man seitdem nichts mehr gehört. Wenn ich aber einen Blick in die Rüstkammern der Codizes Grey Knights und insbesondere Dark Angels werfe. erschaudere ich, weil viele Ausrüstungsstücke des Adeptus Sororitas in diesen Büchern zu finden sind. Leider ist dies kein gutes Zeichen für uns Spieler. Das finale Wort über die Zukunft der Schwestern kann nur von GW direkt kommen, doch die Verantwortlichen hüllen sich in den Mantel des Schweigens. Ich persönlich erwarte nicht, dass wir jemals wieder einen vollständigen Codex: Adeptus Sororitas sehen werden.

Es stellt sich also die Frage, wie es weitergehen wird für mich. Mit Interesse verfolge ich den Kickstarter von Raging Heroes mit ihren drei weiblichen Armeen. Bei Erfolg (der es bereits ist) war die Option, dass zwei weitere Projekte folgen, Dunkelelfen und die Sisters of Eternal Mercy, welche das RH Pendant zu GWs Sororitas darstellen. Ich hoffe, dass der Sisters Kickstarter von RH kommen wird. Aber ich erwarte ihn, falls überhaupt, nicht vor 2014.

Wie geht es an der Regelfront weiter? Der „Codex“ im White Dwarf ist schlecht, einfach nur schlecht und ohne Optionen. Eine reine Armee der Schwesternschaft ist weitgehend chancenlos in einem kompetitiven Umfeld. Zu anderen Regeln durch einen alternativen Codex zu greifen ist schwierig. Der Codex: Imperiale Armee würde sich wegen den Kernwerte Stärke und Widerstand drei anbieten, kann aber die Ausrüstung der Schwestern nicht widerspiegeln, der Codex: Space Marine (oder Derivate) kann die Ausrüstung widerspiegeln, aber die Werte von vier bei Stärke und Widerstand sind unpassend für die Schwesternschaft.

Persönlich werde ich wohl den Anteil an Schwestern im Kern zurückfahren und nur die starken Sturm- und Unterstützungseinheiten des Adeptus Sororitas in großer Zahl spielen. Die notwendigen Verstärkungen hole ich mir aus den Codizes Imperiale Armee und Grey Knights. Dabei werde ich aber auf die namensgebenden Ritter verzichten und mich auf Coteaz und seine Truppen beschränken, die zu kleinen Teilen ja eh schon in der Liste des Adeptus Sororitas zu finden sind.

Das ich damit in Zukunft große Erfolge einfahren werde, wage ich zu bezweifeln. Aber einfach aufgeben und die komplette Streitmacht zu verkaufen, ist für mich keine Option. Sollte bei einem Leser aber der Wunsch nach meinen Miniaturen aufkommen, bin ich immer bereit über einen angemessen Preis zu reden, denn nichts ist in Stein gemeisselt. Schickt mir dafür einfach eine kurze Nachricht.

Eldar Kristallsänger

Was für eine Woche – erst kommt der neue Codex Eldar (toll) und dann das Hochwasser (nicht toll). Leider hat letztgenanntes einen direkten Einfluss auf das Hobby Tabletop, da mein Club, das Sparta, geflutet wurde. Morgen werde ich die Schäden an meiner Dark Eldar Armee inspizieren, nachdem wir heute schon Schadensbegrenzung im Club betrieben haben. Wenigstens ist diese Armee noch vorhanden, ganz im Gegensatz und meinen Dropzone Commander Artikeln. Alle Artikel vom 10mm Spiel von Hawk Wargames sind den Fluten zum Opfer gefallen. Ironischerweise erwarte ich den nächsten Tagen das deutsche (Schnellstarter-)Regelbuch von Dropzone Commander in meinem Briefkasten.

Eldar Bonesinger
Eldar Kristallsänger

Dafür habe ich aber am Wochenende die letzten Schliffe an meinem Eldar Kristallsänger vorgenommen. Ich hätte bestimmt mehr aus den Modell heraus bekommen können, aber aufgrund meiner akuten 40k Unlust habe ich bei der Miniatur in diesem Zustand des Schlussstrich gezogen. Alles in allem bin ich ganz zufrieden mit dem Eldar Kristallsänger, den ich, sofern ich 40k mit Eldar Alliierten spielen werde. als Runenprophet oder den neuen Phantomseher einsetzen werde.

Raging Heroes Kickstarter

Ich mag die Dark Eldar Miniaturen und die Kurganovas von Raging Heroes. Jetzt wollen die Franzosen von Einzelmodellen hin zu Armeen erweitern und bedienen sich, wie so oft in letzter Zeit, eines Kickstarters. Die Miniaturen an sich interessieren mich nicht wirklich, aber bei Erfolg kommen wohl noch ein zweiter (Dunkelelfen) und dritter Kickstarter dazu. Der dritte KS soll die Reihe der Sisters of Eternal Mercy realisieren – eine Gruppe von SciFi Nonnen. Da GW die Schwestern des Adeptus Sororitas sträflich vernachlässigt, bietet sich hier etwas, auf das ich mich wirklich freue. Daher hoffe ich, dass der aktuelle KS von Raging Heroes ein Erfolg wird. Der KS ist hier zu finden.