Die Entwicklung des Adeptus Sororitas bei GW

Im Rahmen meiner Gedanken über die Schwesternschaft und ihre Zukunft, habe ich die fünf (bzw. sechs) Regelwerke für sie noch einmal aus dem Schrank geholt.

Regelwerke Adeptus Sororitas
Regelwerke Adeptus Sororitas

Ihren ersten großen Auftritt hatten die Schwestern mit dem Codex: Adeptus Sororitas (im englischen bekannt als Codex: Sisters of Battle). Zwar gab es den militärischen Arm der Imperialen Kirche bereits im 40k Hintergrund und auch zwei alte, kaum bekannte und nicht wirklich als Sororitas identifizierbare Modelle, aber erst mit ihrem eigenen Codex bekamen sie einen festen Platz in der Spielwelt. Die Armeeliste war aber mit Principalis und Leibgarde, den normalen Sororitas und den Seraphim als Elite der Schwesternschaft  überschaubar. Der Immolator fuhr mit zwei synchronisierten schweren Flammenwerfer auf das Schlachtfeld (und nutzte zwei Schablonen). Als männliche Unterstützung standen noch billige Milizen und Prediger/ Konfessoren zur Verfügung.

 

 

Dieses Buch hat die Grundlagen des Adeptus Sororitas auf dem Spielfeld definiert und ist insbesondere aufgrund der Hintergrund Sektion auch heute noch sehr lesenswert. Es wird nicht nur die Geschichte der Schwesternschaft, die erst im 36. Jahrtausend beginnt, sondern das gesamte religiöse System des menschlichen Imperiums dargestellt. Der Fokus liegt natürlich auf den Zeitraum der Herrschaft Vandires, der als Senator und religiöses Oberhaupt das Imperium in einen gewaltigen Bürgerkrieg gestürzt hatte. Im Vergleich zu vielen anderen Texten aus der 2. und 3. Edition wurden diese nicht in aktuellen Publikationen recycelt. Fast alle damals erschienen Miniaturen sind heute noch in der aktuellen Miniaturen Reihe des Adeptus Sororitas zu finden. Nur der alte Immolator, die Standartenträgerin und die Principalis wurden gegen moderne Varianten eingetauscht und sind nicht mehr erhältlich.

Der große Reboot – die dritte Edition

Bereits ein Jahr später kam die dritte Edition von Warhammer 40k und der Codex: Adeptus Sororitas wurde zu einem Hintergrund Buch degradiert (wie auch alle anderen Codizes der früheren Edition). Alle Armeen bekamen eine Armeeliste im Regelbuch. Diese Listen wurden dann nach durch die neuen, schlanken Codizes abgelöst. Nur einen Codex: Adeptus Sororitas gab es nicht, lediglich ein kleines Update mit den Glaubensakten im White Dwarf. Die Milizen waren verschwunden, so dass nur normale Sororitas als Standardauswahlen erhältlich waren und die Seraphim wurden als Sprungtruppen definiert und bildeten nicht mehr den Obergriff für die Elite Einheiten der Schwesternschaft. Daher erblickten die Celestias das Licht der Regelwelt und die Retributoren waren ab diesem Zeitpunkt für die schweren Waffen verantwortlich.  Außer der Principalis hatten alle Einheiten nur eine BF von drei, was sie auf eine Stufe mit Imperialen Soldaten stellte.

 

 

Mit dem Sammelband In Nomine Imperatoris, einer Regelerweiterung mit neuem und aus dem WD bekannten Material, kam dann nach drei Jahren endlich eine neue Armeeliste für die Schwesternschaft. Der Exorzist Raketenpanzer und die Dominatoren (als Eliteauswahl) erblickten das Licht der Welt. Der Panzer musste jedoch für ein offizielles Modell noch warten. Die BF blieb bei drei, nur die Celestias bekamen eine BF von vier spendiert. Die früheren Milizen kamen als Redemptionisten als zweite Standardauswahl wieder.

 

 

Als Zwischenschritt zum Codex: Hexenjäger kann das Citadel Journal aus dem Jahr 2002 herangezogen werden. Die dortige Armeeliste trug den schönen Titel „Ordo Hereticus Strike Force“ und ermöglichte eine elitäre Adeptus Sororitas Streitmacht, welche mit Landungskapseln und einem Inquisitor als Anführer als Schockarmee gespielt werden konnte. Die alten besonderen Charaktermodelle aus der 2. Edition bekamen neue Regeln (inklusive Kyrinov und Jacobus, die bis dahin ohne auskommen mussten). Ihren ersten Auftritt hatte auch die Sister Repentia, die gefallene Schwester. In dieser Version war sie als Einzelgängerin mit Boltpistole und Nahkampfwaffe unterwegs, um für ihre Sünden zu büßen.

 

 

Neue, offizielle Modelle für die Schwesternschaft kamen dann mit dem Codex: Hexenjäger, welcher den Fokus von einer kirchlichen Streitmacht hin zu einem Inquisitions-Thema verschob. Der Exorzist und spezielle Rhinos und Immolatoren kamen auf Basis des MK II Bausatzes des bekannten Rhinos. Eine neue Principalis, St. Celestiane und die Repentias als Truppen mit Evisceratoren (zweihändigen Kettenschwertern) waren neue Modelle für die Schwesternschaft. Sororitas mit Spezialwaffen und Truppführer erschienen in weiteren Varianten, die jedoch sichtbar auf bereits bestehenden Modellen basierten. Der Sturmbolter kam als dritte Spezialwaffe neben Melter und Flammenwerfer. Als Modelle für die Inquisiton gab es die neuen Inquisitoren, inklusive Karamasov mit seinem Thron des Richters, und Schergen. Die Redemptionisten wurden durch Gardisten der Inquisition ersetzt. Besonders schön waren die Gegenspieler Regeln, die es einem Gegner ermöglichten, seine Armee mit Verrätern und Psioniker auszustatten.

 

 

Der Codex: Hexenjäger war kein schlechtes Buch. Das Thema der Hexenjagd und die Zusammenarbeit mit der Inquisition passt sehr gut zum Adeptus Sororitas und spiegelt das 40k Universum sehr gut wieder. Dieser Codex brachte dann auch eine ballistische Fähigkeit von vier für alle Schwestern. Einheiten wie der Läuterer und die Flagellanten standen für den Wahnsinn des Imperiums. Die Regeln für alliierte Space Marines oder Imperiale Soldaten nahm das heutige Alliierten System vorweg.

Gegen Ende der 5. Edition geschah dann das, was viele als Todesurteil bezeichnen. Der Codex: Hexenjäger wurde für ungültig erklärt und durch eine Liste in zwei Ausgaben des White Dwarfs ersetzt. Als Hexenjäger Spieler mit vielen Teilen Inquisition stand man plötzlich dumm da, weil diese ersatzlos aus der Liste gestrichen wurden waren. Da hilft zur Zeit nur der Griff zum Codex: Grey Knights und Coteaz. Nur dumm, wenn Alliierte nicht oder nur als Waffenbrüder erlaubt sind.

 

Die beiden Ausgaben des WD mit der aktuellen Armeeliste.
Die beiden Ausgaben des WD mit der aktuellen Armeeliste.

 

Die Einheiten der Schwesternschaft wurden von Elite zu etwas degradiert, was ich lieber nicht weiter definieren möchte. Die Seraphim wurden auf KG 3 und I 3 reduziert. Die Glaubensakte, welche vorher in allen anderen Armeelisten variabel waren und taktisch genutzt werden konnten, wurden fest den Truppentypen zugeteilt und die Anzahl der Glaubenspunkte wird jetzt jeden Spielzug durch einen W6 bestimmt.

Besonders interessant finde ich immer, dass die aktuelle Liste nicht mehr käuflich zu erwerben ist und GW sie auch nicht zum Download anbietet. Dies führt zu der merkwürdigen Situation, dass mich mein GW Händler jedes Mal anruft, wenn er diese Liste benötigt…

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