[DZC] Operation Schwarzer Rabe [Kurzgeschichte/Interlude]

Da ich gerade in den Vorbereitungen zur Tactica 2015 bin, hier nur ein kleines Lebenszeichen. Dieses kleine literarische „Werk“ führt die Geschichte um die Stadt Augustus fort und bereitet auf die Dinge vor, die im Dropzone Commander Universum auf uns zukommen. 

Der erste Teil ist hier zu finden.

Operation Schwarzer Rabe

 

Fast lautlos setzte das schwarze Landungsschiff vom Typ Raven auf dem staubigen Asphalt hinter einem verlassenen Hochhaus auf. Der aufgewirbelte Dreck blieb an Holdens Kleidung stecken, doch dies störte den Anführer der Widerstandszelle im Zentrum Augustus nicht. Das Schott des Landungsschiffes öffnete sich und ein kleines Team Marines der United Colonies of Mankind betrat den Boden der einst lebendigen Kernwelt Agrippa IV. Gehüllt in dunkelblaue Uniformen mit schwarzen Rüstungsteilen, drangen die kolonialen Männer schweigend in das Hochhaus vor. Zurück blieb ihr Anführer, dessen Rangabzeichen ihn als Lieutenant auswiesen. »Lt. Olsson«, stellte er sich vor. »Meine Männer gehen in Stellung. Verläuft alles nach Plan?« Holden nickte schweigend. Die Operation war mit Captain Ivanka, der Kommandantin des kolonialen Expeditionskommando auf Agrippa IV, minutiös geplant worden.

 

Wenige Minuten später standen die beiden Männer in einem Raum im Hochhaus, der früher einmal ein Großraumbüro gewesen zu sein schien. Doch statt zahlreichen Arbeitsplätzen lagen vereinzelt Schlafsäcke in dem großen Raum, denn Holdens Widerstandskämpfer nutzten diesen als Beobachtungsposten. Sie standen mit Olssons Männer an den Fenstern die Richtung Norden zeigten und blickten auf die beiden Schienen der Monorail der ehemaligen Linie 6, wenn man den verblichenen Schildern an der Station 500 m entfernt glauben wollte. Black Raven hatte man sie in der Vergangenheit genannt, lange vor dem Fall. Die beiden Anführer standen um einen Tisch in der Mitte des Raumes. Ein Lageplan war auf einem gelblichen Stück Papier aufgezeichnet worden, mit einem aufgemalten Kompass in der rechten, unteren Ecke. Das Hochhaus und die Haltestelle der Monorail waren als Punkte A und B markiert. Ein Punkt weit davor in nördlicher Richtung war mit C bezeichnet und Pfeile aus Richtung Westen zeigten auf die Haltestelle. »Meine Späher berichteten, dass Burton abgefahren ist«, sagte Holden und deutete auf Punkt C. »Meine Männer haben den Strom an der Black Raven Station abgedreht, sodass der Zug dort stillstehen wird.« Olsson nickte zustimmend. »Leuchtsignale!« rief einer der Marines und verhinderte, dass Holden in Gedanken abdriftete. Die Entscheidung war getroffen, doch er hatte Ivankas Vorhaben nur zögerlich zugestimmt. Burton hatte seit ihrer Kindheit Seite an Seite mit ihm gekämpft und die Resistance Augustus zusammen als Erwachsene geführt. Doch als kurz nach der Ankunft der UCM ein weiterer Besucher, der sich nur als „der Wesir“ vorgestellt hatte, Kontakt mit ihnen gesucht hatte, hatte sich alles verändert. Burton hatte sich von der UCM abgewandt. Seiner Ansicht nach übernahmen die kolonialen Kommandokräfte zu viel Kontrolle über die Resistance und opferten ihre Kämpfer in leichtfertigen Begegnungen mit den Scourge. Der Wesir hatte ihnen eine Alternative offeriert und nach einem langen Disput ließ sich Burton auf den mysteriösen Neuankömmling ein und verließ den gemeinsamen Stützpunkt mit einer nicht unerheblichen Anzahl Männer und Frauen sowie Material. Um eine Spaltung der Resistance Augustus zu verhindern, hatte Ivanka die Neutralisierung des abtrünnigen Anführers angeordnet.

Holden und Olsson sprinteten zum Fenster. In der Ferne blinkte ein Licht. Burton hatte gerade einen Beobachtungsposten passiert, noch zwei Minuten bis zu seiner Ankunft an der Black Raven Station. Olsson nickte einem seiner Soldaten zu, der daraufhin sein Funkgerät zur Hand nahm und einige Codewörter in den Äther schickte. Nervös biss Holden auf seiner Unterlippe rum und schaute durch sein Fernglas. Dann sah er sie. Die blaue Monorail bewegte sich schnell in seine Richtung, näherte sich der Black Raven Station – und passierte sie und dann das Hochhaus ohne an Geschwindigkeit zu verlieren. »Was zur…« fluchte Olsson.

»Aber mein geehrter Lieutenant, Sie wollen doch nicht etwa fluchen, nur weil ihr kleines Attentat gescheitert ist«, tönte eine spottende Stimme hinter den beiden Männern. Vor dem Ausgang standen mehrere gepanzerte Gestalten und in ihrem Zentrum ein Mann in einem engen, silbernen Anzug. »General Holden, es ist eine Freude euch wiederzusehen. Und bitte greift nicht nach euren Waffen, wir wollen kein Blutvergießen zu dieser Stunde!« Holden grunzte abwertend, er hatte den Begriff General für sich immer abgelehnt und nur der Wesir, der nun vor ihnen stand, nannte ihn so. »Wie bedauerlich, dass eure Organisation in zwei Hälften verfällt. Ich wünschte wirklich, ihr würdet mein Angebot akzeptieren, anstatt einen Unterdrücker gegen den anderen zu tauschen!« Jetzt konnte Olsson seine Abscheu nicht unterdrücken. »Oh, stört euch die Wahrheit, mein geehrter Lieutenant? Wie auch immer«, sagte er, den Tonfall noch spöttischer als zuvor und machte dabei eine wegwerfende Handbewegung, »General Burton bat mich, euch sein Bedauern über eure Entscheidung mitzuteilen. Er wünscht keinen Kampf gegen euch, doch solltet ihr ihm weiter nach dem Leben trachten, wird er entsprechend reagieren.« Er machte eine kleine Pause. »Ihr seid faszinierende Menschen, kämpft gegen einen übermächtigen Feind und anstatt eure Kräfte, trotz verschiedener Ansichten, zusammenzulegen, fallt ihr wie die Wilden übereinander her«.

Der Wesir machte auf dem Absatz kehrt. »Und nun meine Herren Offiziere, sind die Fronten geklärt und die Figuren in Stellung gebracht. Plant euren nächsten Zug weise…«.
Mit diesen Worten verließ der Wesir den Raum und seine Soldaten mit ihm. Holden und Olsson blickten sich fragend an. Das Spiel war eröffnet.

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